AREtrend

Messdaten bis 04.10.2026, vor 8 Tagen

Akute Atemwegserkrankungen (GrippeWeb)

stark

2.5488.093

Laut GrippeWeb-Schätzung kamen in KW 40/2026 (28.09. bis 04.10.2026) rund 6.642 neue Atemwegserkrankungen auf 100.000 Einwohner. Die Enden der Skala sind der niedrigste und der höchste Wochenmedian seit Beginn der Reihe.

Verlauf anzeigen

Viruslast im Abwasser

Jedes Virus wird nur an seinem eigenen Verlauf der letzten zwei Jahre gemessen.

  • SARS-CoV-2

    schwach, steigend

    sehr schwachsehr stark

    Messwert vom 30.09.2026 (vor 12 Tagen): 39.202 Genkopien pro Liter. Verlauf anzeigen

    Umgerechnet sind das geschätzt rund 144 Erkrankungen je 100.000 Erwachsene pro Woche (Spanne 123 bis 203). Das ist eine Modellrechnung, so wird sie berechnet.

  • Influenza

    sehr schwach, stabil

    sehr schwachsehr stark

    Messwert vom 30.09.2026 (vor 12 Tagen): 3.927 Genkopien pro Liter. Verlauf anzeigen

  • RSV

    sehr schwach, stabil

    sehr schwachsehr stark

    Messwert vom 30.09.2026 (vor 12 Tagen): 1.462 Genkopien pro Liter. Verlauf anzeigen

Wie du die Skalen liest

Jede Skala läuft von grün über gelb nach rot. Der Marker zeigt, wo der aktuelle Wert im Vergleich zu früheren Werten liegt, und das Wort darüber fasst diese Position in fünf Stufen zusammen. Die oberste Skala beschreibt, wie viele Menschen in Deutschland derzeit Atemwegsbeschwerden melden. Die Skalen darunter zeigen, wie viel Erbgut eines bestimmten Virus im Abwasser steckt.

Die Einstufung ist eine eigene Berechnung auf Basis öffentlicher RKI-Daten. Vergleichszeitraum, Schwellen, Trendgrenze und Verschiebung sind Festlegungen dieser Seite und keine Vorgaben des RKI.

Atemwegsbeschwerden insgesamt (GrippeWeb)

Bei GrippeWeb geben freiwillige Teilnehmende jede Woche an, ob sie neu Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen oder Fieber hatten. Daraus schätzt das RKI, wie viele akute Atemwegserkrankungen pro Woche auf 100.000 Einwohner kommen. Wir verwenden die Schätzung für ganz Deutschland und alle Altersgruppen.

Als Maßstab dient jede Kalenderwoche für sich: Wir bilden den Median ihrer Werte über alle Jahre. Der kleinste dieser Wochenmediane bildet das grüne, der größte das rote Ende der Skala. Der aktuelle Wert wird dazwischen eingeordnet.

Erfasst sind alle akuten Atemwegsinfekte, nicht nur die drei Viren aus dem Abwasser. Das RKI nennt in seinen ARE-Berichten je nach Jahreszeit vor allem Rhinoviren, daneben Influenza, RSV und SARS-CoV-2 als Ursachen. Die Skala kann deshalb ausschlagen, ohne dass im Abwasser etwas auffällt.

Viruslast im Abwasser

Teilnehmende Kläranlagen entnehmen Proben aus dem Rohabwasser, Labore messen darin Erbgutfragmente der Viren. Das RKI fasst die Werte zu einer bundesweiten Wochenkurve zusammen, gewichtet nach den angeschlossenen Einwohnern. Wir verwenden die Kurven für SARS-CoV-2, für Influenza A und B zusammen und für die gemeinsame Messung von RSV A und B.

Die Wochenwerte glätten wir leicht: Der Wert einer Woche geht doppelt in den Mittelwert ein, die Werte der Vorwoche und der Folgewoche je einfach. Am Rand der Reihe fehlt ein Nachbar, dort rechnen wir mit den vorhandenen.

Verglichen wird mit den letzten zwei Jahren. Wir ordnen alle geglätteten Werte dieser Zeit und markieren die Grenze, unter der die niedrigsten zehn Prozent liegen (grün), sowie die Grenze, über der die höchsten zehn Prozent liegen (rot). Dazwischen verläuft die Skala gleichmäßig, noch extremere Werte stehen am Rand. Der Marker zeigt also, wie hoch ein Virus im Vergleich zu seiner eigenen jüngeren Geschichte liegt. Die Viren untereinander lassen sich damit nicht vergleichen.

Der Pfeil beruht auf den letzten beiden ungeglätteten Messwerten. Ändern sie sich um höchstens ein Zehntel, zeigt er waagerecht, sonst nach oben oder unten.

Messwerte erreichen uns mit Verzögerung. Damit die Anzeige nicht hinterherhinkt, schieben wir den Marker bei steigendem Trend ein Stück nach rechts und bei fallendem nach links. Pro Tag Alter des letzten Messwerts sind das gut 0,3 Punkte auf der Skala von 0 bis 100, höchstens fünf Punkte, erreicht nach 14 Tagen. Diese Verschiebung beeinflusst nur Farbe und Wort. Die dargestellten Messwerte und Kurven ändern sich dadurch nicht.

Die Stufen

Wir teilen die Skala in fünf gleich breite Abschnitte: sehr schwach, schwach, mäßig, stark und sehr stark. Die senkrechten Striche auf den Skalen markieren die Grenzen. Werte jenseits des grünen oder roten Punktes werden am Rand dargestellt. Der erste und der letzte Abschnitt umfassen deshalb auch alle noch extremeren Werte. Diese Einteilung haben wir selbst festgelegt.

Die Wörter beschreiben, wie stark ein Signal im Vergleich zur eigenen Vergangenheit ausfällt. Sie sind keine Entwarnung: Ein schwaches Signal heißt nicht, dass es keine Infektionen gibt, zumal die Abwasserdaten nur einen Teil des Landes abdecken und nicht auf Infektionszahlen kalibriert sind.

Grenzen der Abwasserdaten

Keine Kalibrierung auf Infektionszahlen. Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass sich aus Abwasserdaten nach aktuellem Stand nicht präzise auf Inzidenz, Prävalenz oder die Untererfassung schließen lässt. Absolute Viruslasten lassen sich außerdem über längere Zeit nicht direkt mit der Zahl der Infizierten vergleichen, weil die ausgeschiedene Virusmenge je Person zwischen Varianten verschieden sein kann. Für SARS-CoV-2 haben wir im Reiter "COVID-19 Infektionszahlen" eine eigene Umrechnung kalibriert. Sie ist eine Modellrechnung dieser Seite und keine Angabe des RKI.

Ausgewählte Anlagen. Gemessen wird an ausgewählten Kläranlagen. Bis zum Jahreswechsel 2024/2025 beteiligten sich 168, seit 2025 sind es bis zu 70. Das Umweltbundesamt beziffert die abgedeckte Bevölkerung auf etwa ein Viertel. Der bundesweite Wochenwert entsteht nur, wenn mindestens 20 Standorte Messwerte liefern. Bei RSV (gemeinsame Messung von A und B) liegt die Zahl derzeit knapp darüber. Das RKI gewichtet nach angeschlossenen Einwohnern und gleicht mittlere Unterschiede zwischen Anlagen und Laboren rechnerisch an. Trotzdem sind Vergleiche über den Wechsel der Standortzahl hinweg mit Vorsicht zu lesen, und unser zweijähriger Vergleichszeitraum umfasst diesen Wechsel.

Verschiedene Verfahren. Die Labore messen unterschiedliche Zielgene mit digitaler PCR oder quantitativer Echtzeit-PCR. Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze gehen mit der Hälfte dieser Grenze ein. Einflüsse wie Starkregen, Veränderungen der Abwasserzuleitung oder touristische Ereignisse gleichen die Normalisierungsverfahren bisher nicht aus. Das RKI verwendet in seinen Auswertungen die nicht normalisierten Werte, weil die Normalisierung keine bessere Datenqualität brachte.

Quellen:

Was die Ampel nicht aussagt

Abwasserwerte verraten nicht, wie schwer Erkrankungen verlaufen oder wie stark das Gesundheitssystem belastet ist. Sie lassen sich nach Stand des RKI nicht präzise in Erkrankungszahlen umrechnen (für SARS-CoV-2 bieten wir eine eigene Modellrechnung im Reiter "COVID-19 Infektionszahlen") und sagen nichts über dein persönliches Ansteckungsrisiko. Abwasserdaten und GrippeWeb stammen aus verschiedenen Messsystemen. Wir zeigen sie nebeneinander und verrechnen sie nicht. Durch Nachmeldungen kann sich die Einstufung der jüngsten Wochen nachträglich ändern.

Aktualität der Daten

Die Angabe am Anfang dieses Reiters nennt den Tag der jüngsten Messung, die in die Auswertung eingeht. Bei AMELAG ist das der letzte Wochenwert, bei GrippeWeb das Ende der zuletzt erfassten Kalenderwoche. Fallen beide auf verschiedene Tage, zählt der spätere.

Abwasser (AMELAG)
Wochenwert zum 30.09.2026 (vor 12 Tagen)
GrippeWeb
KW 40/2026, 28.09. bis 04.10.2026 (Wochenende vor 8 Tagen)
Vom RKI veröffentlicht
AMELAG am 07.10.2026, GrippeWeb am 08.10.2026
Zuletzt bei uns geprüft
12.10.2026 18:16 Uhr

Zwischen Probenahme und Veröffentlichung können laut RKI bis zu zwei Wochen vergehen. Die jüngsten Wochen werden zudem durch Nachmeldungen noch angepasst.

Meldedaten bis 12.10.2026, heute

Infektionszahlen bei COVID-19

Gemeldete Fälle und geschätzte Infektionen in KW 40/2026 (28.09. bis 04.10.2026).

Gemeldet 600 Fälle Inzidenz: 0,71 je 100.000 Einwohner und Woche Neu gemeldet: jeder 140.000. Mensch in dieser Woche Gleichzeitig infiziert (10 Tage): jeder 98.000. Mensch
Geschätzt mit Faktor 195 (einstellen) rund 117.000 Infektionen Inzidenz: rund 139 je 100.000 Einwohner und Woche Neu infiziert: jeder 720. Mensch in dieser Woche Gleichzeitig infiziert (10 Tage): jeder 500. Mensch

Dunkelziffer-Rechner

Der Dunkelzifferfaktor gibt an, um das Wievielfache die geschätzten Infektionen über den gemeldeten Fällen liegen. Im Diagramm darunter ist er der Abstand der beiden Linien.

Mit Faktor 195: rund 117.000 Infektionen pro Woche, jeder 720. Mensch neu infiziert.

Unsere Schätzung für diese Woche liegt beim Faktor 195, die Kalibrierspanne reicht von 165 bis 270. Das ist eine Modellrechnung mit Annahmen. Die Spanne bildet nur die Schwankung der Umrechnung ab und nicht alle Unsicherheiten, siehe Grenzen unten. Der Regler multipliziert die gemeldeten Fälle mit dem gewählten Faktor und dient zum Durchspielen eigener Annahmen. Die Angaben "jeder N." ändern sich mit. Er gilt nur für SARS-CoV-2.

Verlauf des Faktors anzeigen

Verlauf der Infektionszahlen

Gemeldete Inzidenz (braun) und aus dem Abwasser geschätzte Inzidenz (blau) der Erwachsenen seit Beginn der Abwassermessung im Jahr 2022. Der Abstand zwischen den Linien ist der Dunkelzifferfaktor. Gestrichelt ist die Kalibrierspanne der Schätzung. Die Skala ist logarithmisch: Jeder Teilstrich bedeutet das Zehnfache.

Erklärungen zu COVID-19 und zur Dunkelziffer

COVID-19 ist keine reine Atemwegserkrankung

COVID-19 betrifft nicht nur die Atemwege. Das RKI bezeichnet Long COVID als Multisystemerkrankung, die verschiedene Organsysteme betreffen kann. Beobachtet wurden unter anderem Schädigungen von Lunge und Niere, neurologische und neurodegenerative Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sowie Autoimmun- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch in der akuten Phase sind nach RKI-Angaben Symptome in anderen Organsystemen beschrieben, etwa an Haut, Nervensystem und Herz-Kreislauf-System. Sie sind dort eher selten, bei Risikogruppen kann es aber bis zu Multiorganversagen und Störungen der Blutgerinnung kommen.

Long COVID kann auch nach milden oder symptomlosen Infektionen auftreten. Ein besonders schwerer Subtyp ist ME/CFS. Wie häufig Long COVID ist, hängt stark von der Definition ab: Verlangt man Einschränkungen im Alltag, liegen die Schätzungen bei Erwachsenen nach RKI-Angaben unter 10 Prozent, und bei späteren Virusvarianten niedriger als bei früheren. Auch erneute Infektionen können das Risiko erhöhen, die Befundlage dazu ist uneinheitlich.

Infektionszahlen bilden deshalb mehr ab als akute Atemwegserkrankungen, denn jede Infektion kann auch Folgen außerhalb der Atemwege haben. Wie oft das geschieht, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ablesen.

Warum gemeldete Fälle nicht reichen

Gemeldet wird nur, wer sich testen lässt, einen positiven Befund aus Labor oder Praxisdiagnostik erhält und dessen Ergebnis beim Gesundheitsamt ankommt. Selbsttests zählen nicht. Nachdem 2022 die regelmäßigen Tests in Betrieben und Schulen und Ende 2022 die kostenlosen Tests für alle endeten, erfasste das Meldesystem einen immer kleineren Teil der Infektionen.

Was das RKI selbst festgestellt hat

RKI-Fachleute verglichen die gemeldeten Fälle Erwachsener mit zwei Schätzungen, die nicht von Tests abhängen: GrippeWeb-Angaben, verknüpft mit der Positivenrate des virologischen Sentinels, und selbst berichtete Testergebnisse bei GrippeWeb. Bis Frühjahr 2022 lagen die Reihen nah beieinander, die Meldezahlen waren nur um den Faktor 1,1 bis 1,5 zu niedrig. Nach dem Ende der kostenlosen Tests stieg der Faktor auf bis zu etwa 110 und schwankte danach zwischen etwa 30 und 70. Das Abwasser bestätigte den Verlauf. Eine Auswertung mit drei Modellen aus dem Jahr 2025 kommt für 2024 auf Faktoren zwischen 80 und 120.

So schätzen wir den Faktor

  1. Gemeldete Fälle. Wir fassen die täglichen Meldezahlen des RKI nach Altersgruppen zu Kalenderwochen zusammen. Als Erwachsene zählen alle ab 15 Jahren. Diese Abgrenzung reproduziert die Meldereihe der RKI-Studie über 108 Wochen mit einer Abweichung von höchstens drei Prozent.
  2. Abwasser. Wir nutzen die bundesweite SARS-CoV-2-Viruslast aus AMELAG. Der Wert einer Woche geht doppelt, die Werte der Vorwoche und der Folgewoche gehen je einfach in den Mittelwert ein.
  3. Umrechnung. Die RKI-Studie enthält für 2022 bis 2024 wöchentliche Schätzungen der Inzidenz Erwachsener, die nicht auf Tests beruhen. Wir setzen sie ins Verhältnis zur Abwasserviruslast derselben Wochen (Kalenderwoche 22/2022 bis 4/2024, 7-Wochen-Mittel). Der mittlere Wert beträgt etwa 4,1 Erkrankungen je 100.000 Erwachsene und Woche je 1.000 Genkopien pro Liter.
  4. Faktor. Geschätzte Inzidenz gleich Umrechnungswert mal geglättete Viruslast. Der Faktor ist die geschätzte geteilt durch die gemeldete Inzidenz der Erwachsenen in derselben Kalenderwoche.
  5. Spanne. Das untere und das obere Viertel der Umrechnungswerte (3,5 bis 5,7 je 1.000 Genkopien pro Liter) ergeben die Kalibrierspanne.

Aktuell sind das 35.447 Genkopien pro Liter, daraus 144 geschätzte Erkrankungen je 100.000 Erwachsene gegenüber 0,75 gemeldeten (541 Fälle bei 72,4 Millionen Erwachsenen). Die Meldedaten reichen bis 12.10.2026. Die jüngste Woche kann sich durch Nachmeldungen noch erhöhen, der Faktor sinkt dann entsprechend.

Jeder wievielte Mensch?

Neu infiziert. Wir teilen 100.000 durch die Inzidenz je 100.000 Einwohner und Woche. Bei 139 Infektionen je 100.000 hat sich in dieser Woche etwa jeder 720. Mensch neu infiziert. Das gilt für alle Altersgruppen gemeinsam, bei der Schätzung nehmen wir an, dass sich der Faktor der Erwachsenen auf alle gemeldeten Fälle übertragen lässt. Die Zahl wird auf zwei gültige Stellen gerundet.

Gleichzeitig infiziert. Dazu rechnen wir die Wocheninzidenz mit der Dauer einer Infektion hoch. Wir nehmen 10 Tage an. Das ist eine Annahme dieser Seite und in der Konfiguration änderbar. Die Rechnung ist eine Näherung für ein gleichmäßiges Geschehen: Bei steigenden Zahlen überschätzt sie die tatsächliche Zahl gleichzeitig Infizierter leicht, bei fallenden unterschätzt sie sie.

Wie gut ist die Schätzung?

In den Wochen der RKI-Studie liegt der aus dem Abwasser berechnete Faktor bei 91 Prozent (Variante mit Sentinel) und 100 Prozent (Variante mit Selbstangaben) der Wochen innerhalb des Zweifachen des RKI-Faktors. Das ist allerdings nur eine Anpassungsgüte, denn der Umrechnungswert stammt aus denselben Wochen. Eine unabhängige Gegenprobe ist der Vergleich mit der Modellstudie: Für 2024 ergeben sich bei heutigem Datenstand Halbjahresmediane von 87 und 66, die Studie nennt 80 bis 120. Wir halten den Faktor deshalb in der Größenordnung für belastbar, in der zweiten Stelle nicht.

Grenzen

  • Die Umrechnung unterstellt, dass Viruslast und Erkrankungen heute so zusammenhängen wie 2022 bis 2024. Der Umrechnungswert lag damals meist zwischen etwa 3 und 5 je 1.000 Genkopien pro Liter, im zweiten Halbjahr 2023 mit 5 bis 9 deutlich höher. Neue Varianten können anders ausscheiden.
  • Die Grundlage sind Erkrankungen Erwachsener. Kinder und Infektionen ohne Symptome sind nicht enthalten. Wir übertragen den Faktor trotzdem auf alle gemeldeten Fälle und nehmen an, dass die Untererfassung in allen Altersgruppen ähnlich ist.
  • Abwasserwerte werden nachträglich korrigiert, und die Umrechnung wurde mit dem Datenstand Oktober 2026 bestimmt. Spätere Revisionen können sie verschieben.
  • Bei sehr niedriger Viruslast, wie im Frühsommer 2026, ist die relative Unsicherheit groß, und nur wenige Meldefälle bewegen den Faktor stark.
  • Eine Modellrechnung ersetzt keine Messung. Die Autoren der Modellstudie fordern eine bundesweite Erhebung mit repräsentativ ausgewählten, regelmäßig getesteten Personen, die solche Schätzungen überflüssig machen würde.

Was sich bei der Meldepflicht geändert hat

Der Bundestag hat am 22. Mai 2026 beschlossen, die ärztliche Meldepflicht für COVID-19 vollständig aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen, also Verdacht, Erkrankung und Tod. Mehreren Berichten zufolge trat die Änderung am 2. Juli 2026 in Kraft. Die Begründung nennt, COVID-19 sei hinsichtlich der Gefährdung mit der saisonalen Influenza vergleichbar, und die Labormeldepflicht reiche zur Überwachung aus. Diese Labormeldepflicht (§ 7 Absatz 1 Nummer 44a Infektionsschutzgesetz) besteht fort. Für 2025 wurden dem RKI nach derselben Quelle noch rund 142.000 Fälle übermittelt. In den Meldedaten dieser Seite ist um den Zeitpunkt der Änderung kein Bruch zu erkennen: Schon in den Wochen davor lagen die Meldungen bei nur wenigen Dutzend Fällen pro Woche in ganz Deutschland.

Vergleich mit anderen Schätzungen

Der Bluesky-Account @rv-enigma veröffentlicht täglich Hochrechnungen mit Dunkelzifferfaktor, am 10.10.2026 mit 260 bis 340. Unsere Schätzung ist unabhängig davon berechnet und liegt in derselben Größenordnung. Die Herleitung des Accounts ist uns nicht im Einzelnen bekannt.

Quellen

  • Loenenbach A, Lehfeld AS, Puetz P et al. (RKI): Participatory, virologic, and wastewater surveillance data to assess underestimation of COVID-19 incidence, Germany, 2020 to 2024. Emerging Infectious Diseases 2024;30(9):1939. doi:10.3201/eid3009.240640
  • Paessler D, Hechler M, Verbeek R et al.: Modellierung der COVID-Infektionszahlen in Deutschland (2020 bis 2024). Notfall + Rettungsmedizin 2025;28:165. doi:10.1007/s10049-025-01520-9
  • Ärzte Zeitung, 27.05.2026: Ärztliche Meldepflicht auf COVID-19 wird vollständig annulliert.
  • RKI: Long COVID, häufig gestellte Fragen (Stand 2026) und SARS-CoV-2 und COVID-19 (Multisystemerkrankung, Organsysteme, Häufigkeit von Long COVID)
  • RKI, 7-Tage-Inzidenz der COVID-19-Fälle in Deutschland, und RKI/UBA, Abwassersurveillance AMELAG (Links im Fuß der Seite).

Aktualität der Daten

Die Angabe am Anfang dieses Reiters nennt das Datum der jüngsten gemeldeten Fälle. Für die Schätzung kommt der jüngste Abwasserwert hinzu, gerechnet wird nur mit vollständigen Kalenderwochen.

COVID-19-Meldungen
Meldedaten bis 12.10.2026 (heute)
Abwasser (AMELAG)
Wochenwert zum 30.09.2026 (vor 12 Tagen)
Jüngste Woche in der Schätzung
KW 40/2026
Zuletzt bei uns geprüft
12.10.2026 18:16 Uhr

Das RKI erzeugt die Meldedaten täglich neu. Die jüngste Woche kann sich durch Nachmeldungen noch erhöhen, der geschätzte Faktor sinkt dann entsprechend.