AREtrend

AREtrend zeigt zwei Frühindikatoren für Atemwegsinfektionen in Deutschland: wie viel Erbgut von SARS-CoV-2, Influenza und RSV im Abwasser steckt, und wie viele Menschen neue Atemwegsbeschwerden melden. Beide reagieren früher als Arztbesuche und Meldezahlen, beide sagen nichts darüber, wie schwer die Erkrankungen verlaufen.

Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut. Die Einordnung auf den Skalen ist eine Berechnung dieser Seite, nicht des RKI.

Für die Schweiz gibt es die Schwesterseite aretrend.ch mit denselben Darstellungen auf Daten des Bundesamts für Gesundheit.

Akute Atemwegserkrankungen (GrippeWeb)

mittel

Für die Jahreszeit üblich: 1 Prozent unter dem Median dieser Kalenderwoche seit Beginn der Reihe (5.708).

2.5488.093

Laut GrippeWeb-Schätzung kamen in KW 44/2026 (26.10. bis 01.11.2026) 5.659 neue Atemwegserkrankungen auf 100.000 Einwohner.

Hochrechnung des RKI aus den Angaben freiwilliger Teilnehmender, unabhängig vom Abwasser.

Wie die Skalen zu lesen sindVerlauf anzeigen

Abwasserdaten: Viruslast

  • SARS-CoV-2

    Viruslast: mittel

    Trend: stabil, +6 % in 15 Tagen

    Grundniveausehr hoch

    Der Messwert ist 2,8-mal so hoch wie das niedrige Niveau der letzten zwei Jahre und höher als in 66 Prozent der Wochen.

    Messwert vom 28.10.2026, vor 11 Tagen: 49.655 Genkopien pro Liter.

    Grundlage der Umrechnung ist der geglättete Wochenwert von 46.030 Genkopien pro Liter. Geschätzt sind das rund 310 Infektionen je 100.000 Erwachsene pro Woche (Spanne 210 bis 580), also etwa jeder 320. Erwachsene; davon rund 190 mit Beschwerden. Das ist eine Modellrechnung dieser Seite. So entsteht die Schätzung.

    Verlauf anzeigen

  • Influenza

    Viruslast: Grundniveau

    Trend: kein Anstieg

    Grundniveausehr hoch

    Der Messwert liegt nahe am niedrigen Niveau der letzten zwei Jahre.

    Messwert vom 28.10.2026, vor 11 Tagen: 4.483 Genkopien pro Liter.

    Verlauf anzeigen

  • RSV

    Viruslast: Grundniveau

    Trend: kein Anstieg

    Grundniveausehr hoch

    Der Messwert liegt unter dem niedrigen Niveau der letzten zwei Jahre.

    Geringe Abdeckung: Der Wert stammt aus nur 25 Kläranlagen in 4 Bundesländern, an die zusammen rund 6,0 Prozent der Bevölkerung angeschlossen sind. Er kann deshalb stärker schwanken und die Lage in Regionen ohne Messung womöglich nicht zutreffend abbilden. Warum die Abdeckung unterschiedlich ist

    Messwert vom 28.10.2026, vor 11 Tagen: 1.530 Genkopien pro Liter.

    Verlauf anzeigen

Wie du die Skalen liest

Die oberste Skala zeigt, wie viele Menschen in Deutschland in der vergangenen Woche neue Atemwegsbeschwerden gemeldet haben. Die drei Skalen darunter zeigen, wie viel Erbgut eines bestimmten Virus im Abwasser steckt.

Jede Skala läuft von grün über gelb nach rot. Der Marker zeigt, wo der aktuelle Wert im Vergleich zu früheren Werten liegt. Das Wort darüber fasst diese Position in fünf Stufen zusammen.

Die Einstufung ist eine Berechnung dieser Seite auf Basis öffentlicher RKI-Daten. Sie folgt veröffentlichten Verfahren, die unter „Herkunft der Methode“ genannt sind. Das RKI hat sie weder vorgegeben noch geprüft.

Atemwegsbeschwerden insgesamt (GrippeWeb)

Bei GrippeWeb geben freiwillige Teilnehmende jede Woche an, ob sie neue Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen oder Fieber hatten. Daraus rechnet das RKI hoch, wie viele akute Atemwegserkrankungen pro Woche auf 100.000 Einwohner kommen. Es ist also eine Schätzung aus einer Stichprobe und keine Meldestatistik. Verwendet wird die Hochrechnung für ganz Deutschland und alle Altersgruppen.

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Grundlage für die Farbskala sind die Werte der vergangenen Jahre: Für jede Kalenderwoche wird der Median über alle Jahre gebildet. Der niedrigste dieser Wochenmediane bildet das grüne, der höchste das rote Ende der Skala, in die der aktuelle Wert eingeordnet wird. Die Pandemiejahre 2020 und 2021 zählen dabei mit, wie auch beim Vergleich mit derselben Kalenderwoche weiter unten. In der Zeit der Kontaktbeschränkungen gab es ungewöhnlich wenige Atemwegserkrankungen; das zieht Mediane und Perzentile eher etwas nach unten.

Diese Skala vergleicht mit dem ganzen Jahr. Weil Atemwegserkrankungen im Winter in der Regel viel häufiger auftreten als im Sommer, steht sie von Herbst bis Frühjahr fast durchgehend in den oberen Stufen, auch wenn die Lage für die Jahreszeit normal ist.

Deshalb steht unter der Skala eine zweite Einordnung: der Vergleich mit derselben Kalenderwoche aus allen bisherigen Jahren. Betrachtet wird dafür ein Fenster aus der Woche selbst und je einer Woche davor und danach. Daraus werden das 10. und das 90. Teilt man alle Wochenwerte der Größe nach auf, liegt beim 10. Perzentil ein Zehntel der Wochen darunter und neun Zehntel darüber. errechnet. Liegt der aktuelle Wert dazwischen, gilt er für die Jahreszeit als üblich; liegt er darunter, als ungewöhnlich niedrig; liegt er darüber, als ungewöhnlich hoch. Die Prozentzahl daneben zeigt die Abweichung vom Median genau dieser Kalenderwoche. Dieser Median ist im Diagramm als gestrichelte Linie eingezeichnet.

Die ARE-Daten des RKI erfassen alle akuten Atemwegsinfekte und nicht nur die drei Viren aus dem Abwasser. Das RKI nennt in seinen ARE-Berichten je nach Jahreszeit vor allem Rhinoviren, daneben Influenza, RSV und SARS-CoV-2 als Ursachen. Die Werte können deshalb steigen, ohne dass im Abwasser etwas auffällt.

Viruslast im Abwasser

Teilnehmende Kläranlagen entnehmen regelmäßig Proben aus dem Rohabwasser, also dem noch ungeklärten Abwasser. Labore bestimmen darin die Konzentration von Virus-Erbgut. Das RKI führt diese Daten zusammen, gewichtet die Werte der einzelnen Anlagen nach der Zahl der angeschlossenen Einwohner und fasst sie zu einer bundesweiten Wochenkurve zusammen. Dargestellt werden drei Kurven: SARS-CoV-2, Influenza (A und B zusammen) und RSV (A und B zusammen).

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Die Wochenwerte werden leicht geglättet, damit zufällige Schwankungen weniger ins Gewicht fallen. Für jede Woche wird dazu ein gewichteter Mittelwert gebildet. Der Wert der Woche selbst zählt doppelt, die Werte der Vorwoche und der Folgewoche je einfach. Aus dieser geglätteten Reihe werden die beiden Skalenenden berechnet.

Der jüngste Messwert wird dagegen ungeglättet eingeordnet. Am aktuellen Rand der Reihe fehlt die Folgewoche, es zählten dort also nur die Woche selbst und die Vorwoche. Ein Anstieg würde dadurch erst verzögert sichtbar, und genau dieser jüngste Wert ist der, auf den sich die Einstufung bezieht.

Verglichen wird mit den Wochenwerten der letzten zwei Jahre. Am unteren, grünen Ende der Skala liegt der Wert, den nur die niedrigsten zehn Prozent der Wochen unterschritten haben. Er heißt auf dieser Seite „niedriges Niveau der letzten zwei Jahre“ und ist nicht dasselbe wie die unterste Stufe „Grundniveau“. Am oberen, roten Ende liegt der Wert, den nur die höchsten zehn Prozent überschritten haben. Dazwischen ist die Skala nach Verhältnissen eingeteilt: Gleiche Abstände bedeuten gleiche Vielfache. Der Marker zeigt also, wie weit sich der Messwert vom niedrigen Niveau in Richtung der Werte bewegt hat, die nur in den Spitzenwochen von Infektionswellen erreicht werden. Beide Grenzen sind auch im Diagramm eingezeichnet: das grüne Ende als gepunktete, das rote als Strich-Punkt-Linie. Da jedes Virus an seinem eigenen Verlauf gemessen wird, lassen sich die Skalen der Viren nicht miteinander vergleichen.

Dass die Skala nach Vielfachen eingeteilt ist und nicht nach gleichen Differenzen, liegt an der großen Spannweite der Messwerte: Zwischen dem grünen und dem roten Ende liegt bei SARS-CoV-2 derzeit das 8,6-Fache. Bei gleichmäßiger Einteilung läge ein großer Teil des Jahres im ersten Abschnitt, obwohl sich die Messwerte darin um ein Vielfaches unterscheiden. Auch die Verlaufsdiagramme nutzen aus diesem Grund eine logarithmische Darstellung: Dort steht jeder Teilstrich für das Zehnfache des vorherigen. Wer den Verlauf mit gleichmäßiger Achse sehen möchte, stellt am Diagramm den Umschalter „Skala“ auf „Linear“.

Unter jeder Skala stehen zwei weitere Angaben, sobald der Messwert mindestens beim Anderthalbfachen des niedrigen Niveaus liegt. Die erste nennt, um welchen Faktor er über dem niedrigen Niveau liegt. Die zweite nennt, in wie viel Prozent der Wochen der letzten zwei Jahre der Wert niedriger war. Erst beide zusammen ergeben ein klares Bild: Ein Wert kann deutlich über dem niedrigen Niveau liegen und trotzdem weit unter dem, was im Winter üblicherweise erreicht wird. Liegt der Messwert darunter, steht dort nur, dass er nahe am oder unter dem niedrigen Niveau liegt. Lag mehr als die Hälfte der Einzelmessungen der jüngsten Woche unter der Bestimmungsgrenze, entfallen beide Angaben ebenfalls; dort steht dann dieser Grund.

Der Vergleichszeitraum von zwei Jahren verschiebt sich mit jeder neuen Woche. Fällt ein starker Winter aus dem Vergleich, rückt vor allem das rote Ende nach unten und derselbe Messwert steht etwas weiter rechts. Einstufungen aus verschiedenen Monaten sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.

Für die Enden der Skala bleiben Wochen außen vor, in denen mehr als die Hälfte der Einzelmessungen unter der Der kleinste Wert, den ein Labor noch zuverlässig messen kann. Darunter steht nicht null, sondern „zu wenig für eine Messung“. der Labore lag. Für solche Messungen wird in den Daten des RKI mit einem Ersatzwert gerechnet, der halben Bestimmungsgrenze; der Wochenwert besteht dann überwiegend aus diesem Ersatzwert. Bei SARS-CoV-2 war das 2026 über Monate hinweg der Fall: Im Juni lagen 89 Prozent der Einzelmessungen darunter, und ohne die Bereinigung wäre das grüne Ende der Skala innerhalb von neun Wochen auf ein Zehntel gefallen. Sonst würde der Abstand zum grünen Ende über die zwei Jahre hinweg auch die Empfindlichkeit der Labore messen.

Bei Influenza und RSV liegen die Sommerwerte regelmäßig an der Bestimmungsgrenze. Dort würde die Bereinigung die Hälfte der Wochen entfernen und die Skala auf die Saison zusammenziehen. Bleiben weniger als 60 Wochen übrig, werden deshalb alle Wochen mitgezählt. Steht das grüne Ende dann selbst an der Bestimmungsgrenze, entfällt unter der Skala die Angabe, um welchen Faktor der Messwert darüber liegt; dort steht dann nur noch, in wie viel Prozent der Wochen der letzten zwei Jahre der Wert niedriger war.

Der Trendpfeil beruht auf den letzten vier Wochenwerten ohne Glättung, also auf 21 Tagen. Durch deren Logarithmen wird eine Gerade gelegt und ihre Steigung auf 15 Tage umgerechnet. Der Pfeil erscheint ab einer Änderung von 20 Prozent und verschwindet erst wieder, wenn sie unter 10 Prozent fällt. Diese Spanne verhindert, dass er bei jeder Schwankung hin und her springt. Das Verfahren der prozentualen Änderung beschreibt die US-Gesundheitsbehörde CDC in einer älteren Fassung ihrer Methodik für Abwasserdaten, die Spanne zwischen Ein- und Ausschalten ist eine Ergänzung dieser Seite.

Neben jedem Virus stehen Höhe und Richtung getrennt: „Viruslast“ nennt die Höhe des Messwerts, „Trend“ die Richtung und die Änderung in Prozent.

Nahe am niedrigen Niveau steht beim Trend keine Prozentzahl. Gemeint ist der Bereich unter dem Anderthalbfachen des niedrigen Niveaus, im Diagramm also knapp über der grünen gepunkteten Linie. Dazu zählt auch jede Woche, in der mehr als die Hälfte der Einzelmessungen unter der Bestimmungsgrenze lag, selbst wenn der Wochenwert höher liegt: Er besteht dann überwiegend aus dem Ersatzwert der Labore. Dort liegen die Wochenwerte so dicht beieinander, dass die Prozentangabe die Streuung der Messung zeigen würde und nicht das Infektionsgeschehen. Ein Teil dieser Werte liegt an der Bestimmungsgrenze der Labore, erkennbar daran, dass einzelne Wochenwerte mehrfach exakt gleich sind. Bei Influenza und RSV betrifft das im Sommer die Hälfte bis zwei Drittel aller Wochen. Statt einer Zahl steht dort „kein Anstieg“ und der Pfeil zeigt waagerecht. Das ist bewusst keine Trendaussage: Gemeint ist, dass der Messwert nahe am niedrigen Niveau liegt und sich dort nichts bewegt, was sich von der Streuung der Messung unterscheiden ließe. Sobald der Wert diesen Bereich verlässt, wird wieder normal gerechnet. Bei den letzten Grippewellen stand der Pfeil dann sofort auf steigend: Im Dezember 2024 stieg der Wochenwert um 18 Prozent, die Änderung über 15 Tage lag bei 23 Prozent; im November 2025 waren es 48 und 37 Prozent. Liegt die Änderung über 15 Tage beim Verlassen des Bereichs noch unter 20 Prozent, bleibt der Pfeil zunächst waagerecht.

Messwerte treffen mit Verzögerung ein. Die Einstufung gilt deshalb für den letzten Messwert und nicht für heute. Sein Alter steht an jeder Skala, zum Beispiel „vor 12 Tagen“. Eine Hochrechnung der Einstufung in Richtung des Trends findet nicht statt.

Die Stufen

Die Skala ist in fünf gleich breite Abschnitte geteilt: Grundniveau, moderat, mittel, hoch und sehr hoch. Die senkrechten Striche auf den Skalen markieren die Stufengrenzen. Werte unterhalb des unteren oder oberhalb des oberen Skalenendes stehen am Rand der Skala. Der erste und der letzte Abschnitt umfassen deshalb auch alle noch extremeren Werte. Die Abschnitte sind gleich breit, aber nicht gleich häufig: Die meisten Wochen eines Jahres liegen nahe am niedrigen Niveau, die obersten Stufen bleiben den Wellen vorbehalten. Aus den Daten berechnet werden nur die beiden Skalenenden, die Stufengrenzen liegen fest dazwischen. Die Stufennamen beschreiben die Höhe des Messwerts. Wie schnell er sich ändert, steht getrennt davon beim Trend.

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Die Stufen beschreiben, wie hoch ein Messwert im Vergleich zur eigenen Vergangenheit liegt. Sie sagen nicht, wie viele Menschen sich anstecken, und sie sind keine Entwarnung. Verglichen wird nur mit den letzten zwei Jahren. Darin stecken auch die Spitzen der letzten Winterwellen. Beispiel aus dieser Woche: Die Skala für SARS-CoV-2 steht auf „mittel“, während die Modellrechnung dieser Seite für dieselbe Woche rund 310 Infektionen je 100.000 Erwachsene schätzt, also etwa jeden 320. Erwachsenen. Dazu deckt das Abwasser nur einen Teil des Landes ab und ist nicht auf Infektionszahlen kalibriert.

Verlauf je Kläranlage

Am Diagramm jedes Virus steht der Umschalter „Ansicht“. „Deutschland gesamt“ zeigt den bundesweiten Wochenwert, „Pro Anlage“ die einzelnen Kläranlagen, nach Bundesländern geordnet. Klappst du ein Bundesland auf, erscheinen die Verläufe seiner Anlagen, von der größten zur kleinsten. Über das Suchfeld darüber findest du eine Anlage oder ein Bundesland.

Wie die Anlagendiagramme zu lesen sind

Was gezeichnet wird. Jeder Punkt ist eine Einzelmessung der Anlage. Proben werden in der Regel zweimal pro Woche genommen, deshalb stehen die Messungen als Punkte und sind nicht zu einer Linie verbunden. Die durchgezogene Linie ist die geglättete Kurve, die das RKI für jede Anlage selbst berechnet. Es verwendet dafür eine GAM-Regression, ein statistisches Verfahren, das eine glatte Kurve durch die streuenden Messwerte legt. Diese Seite übernimmt die Kurve unverändert. Die graue gestrichelte Linie zeigt zur Orientierung die bundesweite Kurve, die das RKI ebenfalls mit einer GAM-Regression berechnet. Sie besteht aus Wochenwerten, die Anlagenkurve dagegen aus Werten zu den einzelnen Probenahmetagen.

Keine Einstufung je Anlage. Skala, Stufe und Trendpfeil oben auf der Seite gelten für den bundesweiten Wert und werden für einzelne Anlagen nicht berechnet. Die Skala braucht als Vergleich die Messwerte der letzten zwei Jahre, und nicht jede Anlage misst jedes Virus schon so lange.

Anlagen sind nur eingeschränkt vergleichbar. Gemessen wird eine Konzentration, also Genkopien pro Liter Abwasser. Wie stark das Abwasser verdünnt ist, hängt unter anderem vom Niederschlag ab, von der Menge gewerblichen Abwassers und von der Abwassermenge pro Person. Dazu kommt, dass die Labore mit verschiedenen Verfahren messen. Werte einer Anlage können deshalb dauerhaft höher oder niedriger liegen als die einer anderen, ohne dass dort mehr oder weniger Menschen infiziert sind.

Aus diesem Grund hat jedes Diagramm zunächst seine eigene Skala. Mit dem Umschalter „Skala der Anlagen“ stehen alle Kurven auf einer gemeinsamen Skala; ihre Höhe bleibt aber aus den genannten Gründen nur eingeschränkt vergleichbar. Aussagekräftig ist in beiden Fällen der Verlauf einer Anlage über die Zeit und nicht ihre Höhe im Vergleich zur Nachbaranlage. Die Schwesterseite für die Schweiz, aretrend.ch, zeigt die Anlagen dagegen von vornherein auf einer gemeinsamen Skala. Dort liefert das Bundesamt für Gesundheit die Werte bereits auf Einwohner und Tag umgerechnet, die Verdünnung des Abwassers ist damit herausgerechnet.

Welche Anlagen erscheinen. Gezeigt werden nur Anlagen, die noch Daten liefern. Als solche gilt jede Anlage mit mindestens einer Messung in den letzten 42 Tagen vor der jüngsten Messung des Datensatzes. Die sechs Wochen sind eine eigene Festlegung. Sie lassen Raum für Wartungspausen und verzögerte Datenlieferungen, verhindern aber, dass eine Anlage erscheint, deren Kurve schon lange endet, weil sie nicht mehr zum Messnetz gehört. Derzeit bleiben dadurch 98 Anlagen außen vor, die früher SARS-CoV-2 gemessen haben; von insgesamt 169 Anlagen im Datensatz liefern 71 noch Werte. Die meisten fielen beim Umbau des Messnetzes zum Jahr 2025 weg, einzelne auch danach. Die Kurven beginnen nicht alle am gleichen Tag, weil nicht jede Anlage jedes Virus von Anfang an gemessen hat. Fehlen einer Anlage Werte, ist ihre Kurve an dieser Stelle unterbrochen.

Woher die Daten kommen. Die Daten der einzelnen Kläranlagen stammen aus derselben AMELAG-Veröffentlichung wie der bundesweite Wert, aus der Datei der Einzelstandorte (amelag_einzelstandorte.tsv, rund 55 MB). Übernommen werden daraus je Anlage und Probenahmetag der Messwert (Spalte viruslast) und die geglättete Kurve des RKI (Spalte vorhersage), dazu Name, Bundesland und Zahl der angeschlossenen Einwohner der Anlage. Den Unsicherheitsbereich um die Kurve des RKI (95-Prozent-Intervall) zeigt diese Seite nicht, in den kleinen Diagrammen würde er mehr verdecken als zeigen.

Herkunft der Methode

Die Einstufung ist eine eigene Implementierung. Einzelne Bausteine stammen aber aus zwei öffentlich beschriebenen Verfahren, dem Abwasserindikator der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) und der Methodik von virenampel.de.

Vorbilder und Quellen anzeigen
  • CDC. Ihr Abwasserindikator „Wastewater Viral Activity Level“ vergleicht in der unten zitierten Fassung vom 25. August 2026 aktuelle Werte mit einem niedrigen Ankerwert aus den letzten 24 Monaten: dem Wert, unter dem die niedrigsten 10 Prozent liegen. Eingeordnet wird in fünf Stufen. Von dort stammen drei Bausteine: der Vergleichszeitraum von zwei Jahren, dieser Ankerwert und die Zahl von fünf Stufen. An die CDC angelehnt ist außerdem, dass auf logarithmierten Werten gerechnet wird; die Teilung der Skala in gleiche Vielfache ist dagegen eine eigene Festlegung, ebenso die bundesweite statt der anlagenweisen Auswertung. Für den Trend folgt diese Seite einer älteren, inzwischen archivierten Beschreibung der CDC: einer Regression der Logarithmen über mindestens drei Messungen, ausgedrückt als prozentuale Änderung pro Tag, allerdings ohne die dort ebenfalls verlangte Prüfung auf statistische Signifikanz. Gerechnet wird hier über die letzten vier Wochenwerte, angegeben ist die Änderung über 15 Tage. Die archivierte Beschreibung rät zudem davon ab, aus Abwasserwerten Punktschätzungen für Infektionszahlen abzuleiten. Der Reiter „COVID-19-Infektionszahlen“ tut das trotzdem, nennt zum mittleren Wert aber immer eine Spanne.
  • virenampel.de. Von dort stammen vier Bausteine: die Gesamtskala der Atemwegserkrankungen aus den Wochenmedianen aller Jahre, die Glättung mit den Gewichten 1-2-1, die Einordnung zwischen dem 10. und dem 90. Perzentil der letzten zwei Jahre (Vergleichszeitraum und unteres Ende wie bei der CDC) und die Teilung in fünf gleich breite Abschnitte mit festen Grenzen. Übernommen ist jeweils der Baustein und nicht die ganze Rechnung.

Eigene Festlegungen sind die Teilung der Strecke zwischen den beiden Perzentilen in gleiche Vielfache, die Einordnung des jüngsten Werts ohne Glättung, die Namen der Stufen, die Grenzen der Abdeckungswarnung, die Regel nahe am niedrigen Niveau, der Ausschluss der Wochen, in denen mehr als die Hälfte der Einzelmessungen unter der Bestimmungsgrenze lag, der Vergleich mit derselben Kalenderwoche bei GrippeWeb und die beiden Angaben unter jeder Virusskala, also der Faktor über dem niedrigen Niveau und der Anteil der Wochen mit niedrigerem Wert. Eigen ist auch, wann der Trendpfeil erscheint und verschwindet: Er erscheint ab einer Änderung von 20 Prozent über 15 Tage und verschwindet erst, wenn sie unter 10 Prozent fällt.

Die Skala für Atemwegserkrankungen unterscheidet sich von den Virusskalen: Ihre Enden sind der kleinste und der größte Wochenmedian, dazwischen ist sie gleichmäßig eingeteilt, weil ihre Werte über den Jahreslauf nur um das Dreifache auseinanderliegen. Sie vergleicht mit dem ganzen Jahr und nicht mit den letzten zwei Jahren.

Die Umrechnung der Viruslast in geschätzte Infektionen und der Dunkelzifferfaktor sind eine eigene Modellrechnung. Sie stützt sich auf die RKI-Studie von Loenenbach et al. und für den Anteil der Infektionen ohne Beschwerden auf eine Metaanalyse. Erklärt ist beides im Reiter „COVID-19-Infektionszahlen“. Eine Verschiebung der Einstufung in Richtung des Trends gibt es nicht.

Quellen:

Abwasserüberwachung gibt es nicht nur hier

Mehrere Länder werten Abwasser auf dieselben Viren aus, jedes mit eigener Darstellung, darunter diese:

  • USA. Die CDC veröffentlicht für SARS-CoV-2, Influenza A und RSV einen „Wastewater Viral Activity Level“ mit fünf Stufen von sehr niedrig bis sehr hoch, landesweit und je Bundesstaat (cdc.gov). Die Methode dieser Seite ist daran angelehnt, siehe oben.
  • Österreich. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreibt die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) seit November 2025 eine nationale Referenzzentrale für Abwassermonitoring. Sie untersucht wöchentlich Proben aus 20 Kläranlagen in allen neun Bundesländern auf SARS-CoV-2, Influenza und RSV (ages.at, Stand 22.01.2026, Zugriff 02.11.2026). Die Ergebnisse stehen unter abwasser.ages.at.
  • Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlicht Abwasserdaten zu SARS-CoV-2, Influenza A und B und RSV. Die Proben stammen aus zehn Kläranlagen in der Schweiz, in den veröffentlichten Daten steht zusätzlich eine Anlage in Liechtenstein. Untersucht werden sie von der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (bag.admin.ch, Zugriff 02.11.2026; Daten unter idd.bag.admin.ch). Die Werte sind auf die Einwohnerzahl umgerechnet. Gezeigt werden die einzelnen Anlagen, jeweils im Verhältnis zum bisherigen Höchstwert der Anlage. Einen Gesamtwert für die Schweiz gibt es nicht.

Die Darstellungen unterscheiden sich in der Auswahl der Anlagen, in der Bezugsgröße und in der Einordnung der Werte. Zahlen aus verschiedenen Ländern lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen. Diese Seite zeigt Höhe und Richtung des Messwerts getrennt.

Grenzen der Abwasserdaten

Kein Rückschluss auf Infektionszahlen. Gemessen wird die Viruslast, also wie viele Genkopien eines Virus in einem Liter Abwasser stecken. Ob diese Viren noch ansteckend sind, verrät der Wert nicht. Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass sich aus Abwasserdaten nach aktuellem Stand nicht genau ableiten lässt, wie viele Menschen infiziert sind. Das gilt für die Zahl der Neuinfektionen (Inzidenz), für die Zahl der gerade Infizierten (Prävalenz) und für die nicht erfassten Infektionen (Dunkelziffer).

Auch die Messwerte selbst sind über längere Zeit nur eingeschränkt vergleichbar. Wie viel Virus eine infizierte Person ausscheidet, kann sich mit neuen Varianten ändern. Derselbe Wert kann dann für unterschiedlich viele Infizierte stehen.

Aussagekräftig sind die Daten laut RKI vor allem für den Trend der Infektionsdynamik, also dafür, ob das Infektionsgeschehen zu- oder abnimmt. Sie sollten zusammen mit anderen Indikatoren betrachtet werden. Die Virusskalen dieser Seite zeigen deshalb nur, wie hoch ein Wert im Vergleich zu den letzten zwei Jahren desselben Virus liegt, und keine Infektionszahlen.

Eine Ausnahme gibt es: Für SARS-CoV-2 rechnet diese Seite die Viruslast im Reiter „COVID-19-Infektionszahlen“ in geschätzte Infektionen um. Das ist eine eigene Modellrechnung, gestützt auf eine Studie des RKI und weitere Annahmen, aber keine Angabe des RKI.

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Ausgewählte Kläranlagen. Für die drei Viren wird an ausgewählten Kläranlagen gemessen. Bis zum Jahreswechsel 2024/2025 beteiligten sich 168 Standorte, seit 2025 sind es bis zu 70. Laut Umweltbundesamt ist damit etwa ein Viertel der Bevölkerung abgedeckt. Das gilt für alle beteiligten Anlagen zusammen. In einer einzelnen Woche liefern nicht alle Anlagen Werte. Wie viele in die aktuellen Skalen eingehen, steht weiter unten.

Ein bundesweiter Wochenwert wird nur berechnet, wenn mindestens 20 Standorte verwertbare Messwerte liefern. Bei RSV liegt die Zahl der Standorte mit Messwerten derzeit nur knapp über diesem Schwellenwert. Wird die Mindestanzahl in einer Woche unterschritten, entfällt der Wert für diese Woche: Die Kurve im Diagramm bleibt an dieser Stelle unterbrochen, und in der Wertetabelle fehlt die Zeile. Deshalb enthält die RSV-Tabelle weniger Einträge als die der beiden anderen Viren.

Das RKI gewichtet die Messwerte nach der Zahl der angeschlossenen Einwohner und gleicht mittlere Unterschiede zwischen Kläranlagen und Laboren rechnerisch aus. Vergleiche über die Verkleinerung des Messnetzes hinweg sind dennoch mit Vorsicht zu lesen. Das gilt auch für den zweijährigen Vergleichszeitraum, solange er den Jahreswechsel 2024/2025 einschließt. Aktuell stützen sich die Skalen bei SARS-CoV-2 auf 63 Anlagen mit rund 24 Prozent der Bevölkerung, bei Influenza auf 59 Anlagen mit rund 19 Prozent der Bevölkerung und bei RSV auf 25 Anlagen mit rund 6,0 Prozent der Bevölkerung.

Warum RSV am wenigsten abgedeckt ist. Nicht jede Kläranlage untersucht ihr Abwasser auf jedes Virus. Derzeit messen SARS-CoV-2 71 Anlagen, Influenza 70 Anlagen und RSV 28 Anlagen. Die RSV-Daten (RSV A und B in einer gemeinsamen Messung) beruhen damit auf der kleinsten Datenbasis mit der geringsten regionalen Streuung. Die Kurve schwankt deshalb stärker und bildet die Lage in Regionen ohne RSV-Messung womöglich nicht zutreffend ab.

Regionale Verteilung. Die Kläranlagen sind nicht gleichmäßig über Deutschland verteilt. SARS-CoV-2: 71 Anlagen in 16 Bundesländern, die meisten in Bayern (20) und Nordrhein-Westfalen (9). Influenza: 70 Anlagen in 16 Bundesländern, die meisten in Bayern (20) und Nordrhein-Westfalen (9). RSV: 28 Anlagen in 4 Bundesländern, die meisten in Bayern (20) und Berlin (3). Standort und Verlauf der einzelnen Anlagen zeigt am Diagramm jedes Virus der Umschalter „Pro Anlage“. Wie die Ansicht zu lesen ist, erklärt der Abschnitt „Verlauf je Kläranlage“.

Warnung bei geringer Abdeckung. An der Skala eines Virus erscheint eine Warnung, wenn weniger als 30 Kläranlagen oder weniger als 10 Prozent der Bevölkerung zu seinem Messwert beigetragen haben. Diese Grenzen hat diese Seite selbst festgelegt. Sie liegen bewusst über der Mindestanforderung des RKI von 20 Standorten.

Eine geringe Abdeckung macht den Wert unsicherer und anfälliger für regionale Schwankungen. Sie lässt ihn aber nicht systematisch zu niedrig ausfallen: Als zum Jahreswechsel 2024/2025 nur noch rund 60 Kläranlagen je Woche Messwerte lieferten statt zuvor rund 165, blieb das Niveau der Kurve erhalten. Nur die Schwankung von Woche zu Woche nahm zu.

Was die Werte verzerren kann. Starkregen verdünnt das Abwasser, Industrieeinleitungen verändern seine Zusammensetzung, und touristische Spitzen erhöhen vorübergehend die Zahl der Menschen im Einzugsgebiet. Die Werte einzelner Wochen können deshalb schwanken, ohne dass sich am Infektionsgeschehen etwas geändert hätte. Hinzu kommen Nachmeldungen einzelner Kläranlagen: Die Werte der jüngsten Wochen können sich nachträglich noch ändern.

Messung und Datenaufbereitung. Die Labore weisen unterschiedliche Zielgene nach, teils mit digitaler PCR, teils mit quantitativer Echtzeit-PCR. Werte unterhalb der Bestimmungsgrenze gehen in den Daten des RKI mit der Hälfte dieser Grenze ein. Wie häufig das vorkommt, schwankt stark: Bei SARS-CoV-2 lagen im Oktober 2025 nur 4 Prozent der Einzelmessungen unter der Grenze, im Juni 2026 waren es 89 Prozent. Wochen, in denen mehr als die Hälfte der Messungen darunter lag, bleiben bei den Enden der Skala außen vor; mehr dazu im Absatz zur Bestimmungsgrenze unter „Viruslast im Abwasser“. Einflüsse wie Starkregen, Veränderungen der Zuleitung im Kanalnetz oder touristische Ereignisse gleichen die bisherigen Normalisierungsverfahren nicht aus. Das RKI verwendet in seinen Auswertungen die nicht normalisierten Werte, weil eine Normalisierung die Datenqualität nicht verbessert hat.

Quellen:

  • Marquar N et al. (RKI): SARS-CoV-2-Abwassersurveillance in Deutschland im Rahmen des Projekts AMELAG. Epidemiologisches Bulletin 34/2024, 22.08.2024 (edoc.rki.de; Zugriff 29.10.2026).
  • RKI: AMELAG: Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung, Stand 26.10.2026 (bis zu 70 Kläranlagen seit 2025; Zugriff 29.10.2026).
  • RKI und UBA: Abwassersurveillance AMELAG, Dokumentation des Datensatzes mit Limitationen und Aggregation (GitHub, doi:10.5281/zenodo.10782701; Zugriff 29.10.2026).
  • RKI und UBA: Einzelstandortdaten des AMELAG-Datensatzes (Datei amelag_einzelstandorte.tsv), Lizenz CC BY 4.0. Daraus zählt diese Seite je Virus und Woche, wie viele Einzelmessungen unter der Bestimmungsgrenze lagen (Spalte unter_bg). Auf denselben Daten beruhen die Verläufe der Ansicht „Pro Anlage“. Die Einzelmesswerte selbst gehen nicht in die Einstufung ein, maßgeblich ist dafür die bundesweit aggregierte Kurve. Ihr Anteil unter der Bestimmungsgrenze entscheidet aber, welche Wochen für die Skalenenden zählen.
  • UBA: AMELAG-Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung, zuletzt aktualisiert 17.11.2025 (Abdeckung von etwa 25 Prozent der Bevölkerung; Zugriff 29.10.2026).

Was die Einstufung nicht aussagt

Abwasserwerte zeigen nicht, wie schwer Erkrankungen verlaufen oder wie stark das Gesundheitssystem belastet ist. Über dein persönliches Ansteckungsrisiko sagen sie ebenfalls nichts aus. Laut RKI lassen sie sich derzeit auch nicht präzise in Erkrankungszahlen umrechnen. Für SARS-CoV-2 steht im Reiter „COVID-19-Infektionszahlen“ eine Schätzung auf Basis einer eigenen Modellrechnung. Zudem beschreiben die Werte die Lage zum Zeitpunkt der Probenahme und nicht die von heute. Wie alt sie sind, steht unter „Aktualität der Daten“.

Aktualität der Daten

Das Datum oben in diesem Reiter nennt den Tag der jüngsten Messung, die in die Auswertung eingeht. Bei AMELAG ist das der Stichtag des letzten Wochenwerts, bei GrippeWeb das Ende der zuletzt erfassten Kalenderwoche. Unterscheiden sich die beiden Daten, wird das spätere angezeigt.

Abwasser (AMELAG)
Wochenwert zum 28.10.2026 (vor 11 Tagen)
GrippeWeb
KW 44/2026, 26.10. bis 01.11.2026 (Woche endete vor 7 Tagen)
Vom RKI veröffentlicht
AMELAG am 04.11.2026, GrippeWeb am 05.11.2026
Zuletzt geprüft
08.11.2026 04:16 Uhr

Zwischen Probenahme und Veröffentlichung der Daten können laut RKI bis zu zwei Wochen vergehen.

Neben jedem Messwert steht, wie weit er zurückliegt. Ab 8 Tagen ist diese Angabe gelbbraun, ab 15 Tagen orange. Ein Wochenwert erscheint erst etwa eine Woche nach dem Tag, für den er gilt. Die Angabe ist deshalb auch bei pünktlicher Lieferung meist gelbbraun. Orange wird sie in der Regel erst, wenn eine wöchentliche Lieferung ausgeblieben ist. Die Farbe bewertet die Daten nicht und sagt nichts über die Viruslast, sie zeigt nur das Alter.

Infektionszahlen bei COVID-19

Gemeldete Fälle und geschätzte Infektionen in KW 44/2026 (26.10. bis 01.11.2026). Herleitung, Quellen und Grenzen stehen auf dieser Seite jeweils hinter einem aufklappbaren Abschnitt.

Gemeldete Inzidenz 1,52 je 100.000 Einwohner und Woche Das sind 1.279 gemeldete Fälle in Deutschland. Bei Erwachsenen ab 15 Jahren: 1,64 je 100.000, darauf bezieht sich der Faktor. Neu gemeldet: jeder 66.000. Mensch in dieser Woche Gleichzeitig infiziert (10 Tage): jeder 46.000. Mensch
Geschätzte Inzidenz, mit Das Verhältnis zwischen tatsächlichen und gemeldeten Infektionen. (Faktor 190, einstellen) rund 310 je 100.000 Erwachsene und Woche Spanne der eigenen Kalibrierung: 210 bis 580 (Faktor 130 bis 355). Wie diese Spanne entsteht Das sind rund 264.000 Infektionen in Deutschland. Neu infiziert: jeder 320. Erwachsene in dieser Woche Gleichzeitig infiziert (10 Tage): jeder 220. Erwachsene Die Schätzung gilt für Erwachsene ab 15 Jahren. Für die absolute Zahl wird ihre Rate auf alle Altersgruppen übertragen.

Die Spanne entsteht aus zwei Annahmen: wie viel Viruslast einer Erkrankung entspricht und wie viele Infektionen ohne Beschwerden verlaufen.

Was die Spanne abdeckt und was nicht

Sie ist kein statistisches Vertrauensintervall. Nicht enthalten sind Messfehler der Abwasserwerte, nachträgliche Änderungen der Daten, die Zusammensetzung der Messstellen und die Unsicherheit der Studienwerte. Wie die beiden Annahmen zustande kommen, steht unter So wird der Faktor geschätzt, die übrigen Einschränkungen unter Grenzen.

Dunkelziffer-Rechner

Der Dunkelzifferfaktor gibt an, wievielmal so viele Infektionen es nach der Schätzung gibt wie gemeldete Fälle. Gemeint sind alle Infektionen, auch die ohne Beschwerden.

Mit Faktor 190: rund 310 je 100.000 Erwachsene und Woche, das sind rund 264.000 Infektionen, jeder 320. Erwachsene neu infiziert.

Die Schätzung für diese Woche reicht vom Faktor 130 bis 355, die mittlere Schätzung liegt bei 190.

Was der Regler macht und was der Faktor aussagt

Der Faktor bezieht sich auf die gemeldeten Fälle Erwachsener. Der Regler multipliziert deren Inzidenz mit dem gewählten Faktor und überträgt das Ergebnis auf die ganze Bevölkerung. Er dient zum Durchspielen eigener Annahmen; die Angaben „jeder wievielte“ ändern sich mit. Der Regler reicht bis 1.000. Werte über 805 liegen über der höchsten Obergrenze der Spanne seit 2022 und sind reine Annahmen. Er gilt nur für SARS-CoV-2.

Der Faktor spiegelt auch das Testverhalten: Im Nenner stehen die gemeldeten Fälle. In Wochen mit sehr wenigen Meldungen schlägt er deshalb stark aus, ohne dass sich am Infektionsgeschehen etwas ändert. Im Jahr 2026 lag er zwischen 37 und 426. Aussagekräftiger ist der Verlauf der Infektionszahlen darunter: Dort steht die Schätzung für sich, unabhängig von den Meldungen.

Verlauf des Faktors anzeigen

Verlauf der Infektionszahlen

Gemeldete Fälle (braun) und aus dem Abwasser geschätzte Infektionen (blau), gemeldet seit Beginn der Meldedaten Anfang 2020, geschätzt seit Beginn der Abwassermessung im Jahr 2022. Grau eingezeichnet ist die Spanne aus Annahmen: die untere Grenze gepunktet, die obere als Strich-Punkt-Linie. Die Skala ist zunächst linear, sie zeigt die Höhe der Zahlen unverzerrt. Die gemeldeten Fälle liegen dabei so dicht an der Nulllinie, dass ihr eigener Verlauf kaum zu erkennen ist. Mit dem Umschalter „Skala“ wechselst du zu einer logarithmischen Achse, dort bedeutet jeder Teilstrich das Zehnfache und beide Linien sind zugleich lesbar. Mit dem Umschalter „Darstellung“ wählst du zwischen Infektionen pro Woche in Deutschland (gemeldete Fälle aller Altersgruppen, die Schätzung als Inzidenz der Erwachsenen, übertragen auf die ganze Bevölkerung) und der Inzidenz je 100.000 Erwachsene, die der Kalibrierung zugrunde liegt. In dieser Ansicht und auf der logarithmischen Skala entspricht der Abstand der beiden Linien dem Dunkelzifferfaktor.

Erklärungen zu COVID-19 und zur Dunkelziffer

COVID-19 ist keine reine Atemwegserkrankung

COVID-19 betrifft nicht nur die Atemwege. Bestehen Beschwerden länger als vier Wochen nach der Infektion fort oder treten sie danach neu auf, spricht man nach der Definition, der das RKI folgt, von Long COVID; halten sie länger als zwölf Wochen an und lassen sich nicht anders erklären, vom Post-COVID-Syndrom. Was über Häufigkeit, Verläufe und Folgen bekannt ist, beschreibt das RKI in seinen Antworten zu Long COVID und zu SARS-CoV-2 und COVID-19.

Warum gemeldete Fälle nicht reichen

Gemeldet wird eine Infektion nur, wenn sich jemand testen lässt, der Befund aus Labor oder Arztpraxis positiv ist und beim Gesundheitsamt ankommt. Selbsttests zählen nicht. 2022 endeten die regelmäßigen Tests in Betrieben und Schulen. Kostenlose Bürgertests gab es ab Juli 2022 nur noch für bestimmte Gruppen, im Februar 2023 fielen sie ganz weg. Seitdem erfasst das Meldesystem einen immer kleineren Teil der Infektionen.

Was das RKI selbst festgestellt hat

RKI-Fachleute verglichen die gemeldeten Fälle Erwachsener mit zwei Schätzungen, die nicht von Tests abhängen. Die erste verknüpft GrippeWeb-Angaben mit der Positivenrate des virologischen Sentinels. Die zweite beruht auf selbst berichteten Testergebnissen bei GrippeWeb. Bis Frühjahr 2022 lagen die Reihen nah beieinander, die Meldezahlen waren nur um den Faktor 1,1 bis 1,5 zu niedrig. Ab Dezember 2022 stieg der Faktor auf bis zu etwa 110 und schwankte danach zwischen etwa 30 und 70. Das Abwasser bestätigte den Verlauf. Diese Faktoren beziehen sich auf Erkrankungen mit Beschwerden, weil beide Schätzungen der Studie auf Beschwerden beruhen. Der Faktor dieser Seite schließt Infektionen ohne Beschwerden ein und fällt deshalb höher aus. Eine Auswertung mit drei Modellen aus dem Jahr 2025 kommt für 2024 auf Faktoren zwischen 80 und 120. Die Studien dazu stehen unter Quellen.

So wird der Faktor geschätzt

Die sechs Schritte anzeigen
  1. Gemeldete Fälle. Die täglichen Meldezahlen des RKI werden nach Altersgruppen zu Kalenderwochen zusammengefasst. Als Erwachsene zählen alle ab 15 Jahren. Diese Abgrenzung reproduziert die Meldereihe der RKI-Studie über 108 Wochen mit einer Abweichung von höchstens drei Prozent.
  2. Abwasser. Grundlage ist die bundesweite SARS-CoV-2-Viruslast aus AMELAG, der Abwassersurveillance von RKI und Umweltbundesamt. Der Wert einer Woche geht doppelt, die Werte der Vorwoche und der Folgewoche gehen je einfach in den Mittelwert ein. Für die jüngste Woche gibt es noch keine Folgewoche, dort zählen die Woche selbst doppelt und die Vorwoche einfach. Anders als bei der Einstufung im Reiter Abwasser wird hier auch der jüngste Wert geglättet: Der Umrechnungsfaktor aus Schritt 3 ist an geglätteten Reihen bestimmt und passt deshalb nur zu einer geglätteten Viruslast. Bei steigender Viruslast fällt die Schätzung für die jüngste Woche dadurch eher etwas zu niedrig aus, bei sinkender eher etwas zu hoch.
  3. Umrechnung. Die RKI-Studie enthält für 2022 bis 2024 wöchentliche Schätzungen der Inzidenz Erwachsener, die nicht auf Tests beruhen. Diese werden ins Verhältnis zur Abwasserviruslast derselben Wochen gesetzt (Kalenderwoche 22/2022 bis 4/2024, 7-Wochen-Mittel). Im Median, gemittelt über die beiden Studienvarianten, entsprechen 1.000 Genkopien pro Liter etwa 4,1 Erkrankungen je 100.000 Erwachsene und Woche.
  4. Infektionen ohne Symptome. Die Schätzung aus Schritt 3 beruht auf GrippeWeb und Sentinelpraxen und erfasst damit nur Infektionen mit Beschwerden. Eine Metaanalyse von 2021 nennt 40,5 Prozent der bestätigten Infektionen ohne Symptome. Geteilt wird deshalb durch 59,5 Prozent, das ergibt alle Infektionen. Für die Spanne wird mit 75 und 45 Prozent gerechnet.
  5. Faktor. Geschätzte Inzidenz aller Infektionen geteilt durch die gemeldete Inzidenz der Erwachsenen in derselben Kalenderwoche.
  6. Spanne. Das 25. und das 75. Perzentil der Umrechnungswerte (3,5 und 5,7 je 1.000 Genkopien pro Liter) ergeben die Kalibrierspanne.

Aktuell sind das 46.030 Genkopien pro Liter, daraus 187 geschätzte Erkrankungen mit Beschwerden und 315 Infektionen insgesamt je 100.000 Erwachsene gegenüber 1,64 gemeldeten (1.191 Fälle bei 72,4 Millionen Erwachsenen). Die Meldedaten reichen bis 7. November 2026. Die jüngste Woche kann sich durch Nachmeldungen noch erhöhen, der Faktor sinkt dann entsprechend.

Jeder Wievielte?

Neu infiziert. Dafür wird 100.000 durch die Inzidenz einer Woche geteilt und das Ergebnis auf zwei gültige Stellen gerundet. Die gemeldete Inzidenz gilt für alle Altersgruppen, die Angabe steht deshalb je Mensch. Die Schätzung beruht auf der Inzidenz Erwachsener ab 15 Jahren und steht deshalb je Erwachsenen. Bei 310 geschätzten Infektionen je 100.000 Erwachsene hat sich in dieser Woche etwa jeder 320. Erwachsene neu infiziert. Nur für die Zahl der Infektionen in ganz Deutschland wird diese Inzidenz auf alle Altersgruppen übertragen. Angenommen wird damit, dass sich Kinder ähnlich häufig anstecken wie Erwachsene.

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Gleichzeitig infiziert. Dazu wird die Wocheninzidenz mit der Dauer einer Infektion hochgerechnet, angesetzt sind 10 Tage. Das ist eine Annahme dieser Seite und in der Konfiguration änderbar. Die Rechnung ist eine Näherung für ein gleichmäßiges Geschehen: Bei steigenden Zahlen überschätzt sie die tatsächliche Zahl gleichzeitig Infizierter leicht, bei fallenden Zahlen unterschätzt sie diese.

Wie gut ist die Schätzung?

Die Größenordnung des Faktors bestätigen mehrere Vergleiche, die zweite Stelle nicht. Eine einheitliche Richtung zeigen sie nicht: Je nach Zeitraum und Vergleich liegt die Schätzung hier darüber oder darunter.

Die Vergleiche im Einzelnen

In den Wochen der RKI-Studie weicht der aus dem Abwasser berechnete Faktor in 91 Prozent der Wochen (Variante mit Sentinel) und in allen Wochen (Variante mit Selbstangaben) höchstens um das Zweifache vom RKI-Faktor ab. Das ist allerdings nur eine Anpassungsgüte, denn der Umrechnungswert stammt aus denselben Wochen.

Die übrigen Vergleiche beruhen nicht auf der hier verwendeten Kalibrierung. Für 2024 ergeben sich bei heutigem Datenstand Halbjahresmediane des Faktors von 146 und 111. Beide rechnet die Seite bei jedem Aufruf neu aus der Verlaufsreihe. Die Modellstudie nennt für 2024 Faktoren von 80 bis 120, das erste Halbjahr liegt hier darüber. Damit beide Halbjahre in diese Spanne fielen, müsste der Anteil der Infektionen mit Beschwerden zwischen 72 und 82 Prozent liegen statt bei den hier angesetzten 59,5 Prozent.

Rutger Verbeek (@rv-enigma auf Bluesky) nannte in seiner täglichen Hochrechnung am 10. Oktober 2026 einen Faktor von 260 bis 340. Das ist nicht dieselbe Woche wie die Schätzung hier, die für KW 44/2026 bei 190 liegt, also darunter.

Über ein ganzes Jahr gerechnet liegt die mittlere Schätzung dieser Seite unter beiden anderen bekannten Schätzungen. Für die Zeit vom 19. Mai 2025 bis zum 17. Mai 2026 (52 Wochen) ergibt die Reihe hier rund 19,8 Millionen Infektionen in Deutschland, bei einer Spanne von 13,4 bis 36,7 Millionen. Für dasselbe Jahr nennen andere Rechnungen 22,5 Millionen (Rutger Verbeek) und 26,4 Millionen (Erkrankungs­schätzungen des RKI, ergänzt um Infektionen ohne Beschwerden). Das ist das 1,1- bis 1,3-Fache der mittleren Zahl hier. Beide liegen innerhalb der hier genannten Spanne.

Woran das hängt, lässt sich ausrechnen: am Anteil der Infektionen mit Beschwerden. Um auf die genannten Zahlen zu kommen, müsste er bei 52 Prozent und 45 Prozent (unter der hier angesetzten Spanne) liegen statt bei den hier angesetzten 59,5 Prozent. Die Spanne reicht von 45 bis 75 Prozent.

Der mittlere Wert bleibt trotzdem unverändert: Er beruht auf einer Metaanalyse, die Vergleichszahlen dagegen auf anderen Modellen. Wer die höheren Schätzungen für plausibler hält, stellt im Rechner oben einen entsprechend höheren Faktor ein.

Die eigene Jahressumme wird bei jedem Aufruf neu aus der Verlaufsreihe gerechnet, die beiden Vergleichswerte sind nicht nachgerechnet. Sie beruhen zum Teil auf abgemessenen Kurven, was eigene Unsicherheit mitbringt. Unabhängig voneinander sind die Reihen ohnehin nicht: Verbeek rechnet ebenfalls mit Abwasserdaten, teils mit denselben Messungen. Ein Mittelwert daraus wäre deshalb keine unabhängige Referenz, sondern eine weitere Schätzung. Alle Vergleichszahlen beziehen sich wie die Zahl oben auf alle Infektionen.

Grenzen

Alle Grenzen anzeigen
  • Die Umrechnung unterstellt, dass Viruslast und Erkrankungen heute so zusammenhängen wie 2022 bis 2024. Die mittlere Hälfte der Umrechnungswerte lag damals zwischen 3,5 und 5,7 je 1.000 Genkopien pro Liter, im zweiten Halbjahr 2023 mit 5 bis 9 deutlich höher. Bei neuen Varianten kann eine infizierte Person mehr oder weniger Virus ausscheiden.
  • Die Grundlage sind Erkrankungen Erwachsener. Kinder sind in der Kalibrierung nicht enthalten. Für die Hochrechnung auf Deutschland wird die geschätzte Inzidenz der Erwachsenen auf die ganze Bevölkerung übertragen; angenommen wird damit, dass sich Kinder ähnlich häufig anstecken.
  • Der Anteil der Infektionen ohne Symptome ist eine zusätzliche Annahme und macht die Spanne breiter. Die zugrunde liegende Metaanalyse stammt von 2021, also aus der Zeit vor der Omikron-Variante. Studien grenzen Infektionen ohne Symptome und solche vor Beginn der Symptome unterschiedlich ab. Zudem dürfte der Anteil nach Alter und Immunitätslage verschieden sein. Deshalb ist die Spanne weit angesetzt (45 bis 75 Prozent mit Beschwerden). Sie ist die Annahme mit der größten Wirkung auf das Ergebnis.
  • Abwasserwerte werden nachträglich korrigiert und die Umrechnung wurde mit dem Datenstand Oktober 2026 bestimmt. Spätere Revisionen können sie verschieben.
  • Bei sehr niedriger Viruslast wie im Frühsommer 2026 ist die Schätzung besonders unsicher. Dann verändern schon wenige gemeldete Fälle den Faktor stark.
  • Eine Modellrechnung ersetzt keine Messung. Die Autorinnen und Autoren der Modellstudie fordern eine bundesweite Erhebung mit repräsentativ ausgewählten, regelmäßig getesteten Personen, die solche Schätzungen überflüssig machen würde.

Was sich bei der Meldepflicht geändert hat

Der Bundestag hat am 22. Mai 2026 beschlossen, die ärztliche Meldepflicht für COVID-19 vollständig aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. Sie umfasste Verdacht, Erkrankung und Tod. Umgesetzt hat das Artikel 7 des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (Bundesgesetzblatt 2026 Teil I Nummer 195, ausgegeben am 1. Juli 2026): § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe t ist seit dem 2. Juli 2026 weggefallen. Zur Begründung heißt es, COVID-19 sei hinsichtlich der Gefährdung mit der saisonalen Influenza vergleichbar und die Labormeldepflicht reiche zur Überwachung aus. Diese Labormeldepflicht (§ 7 Absatz 1 Nummer 44a Infektionsschutzgesetz) besteht fort. Für 2025 wurden dem RKI nach Angaben der Ärzte Zeitung noch rund 142.000 Fälle übermittelt. In den Meldedaten des RKI, die diese Seite übernimmt, ist um den Zeitpunkt der Änderung kein Bruch zu erkennen: Schon in den Wochen davor lagen die Meldungen bei nur wenigen Dutzend Fällen pro Woche in ganz Deutschland.

Vergleich mit anderen Schätzungen

Die Modellrechnung dieser Seite ist nicht die einzige. Über das Jahr vom 19. Mai 2025 bis zum 17. Mai 2026 liegen zwei andere Schätzungen beim 1,1- bis 1,3-Fachen der mittleren Zahl hier, alle innerhalb der hier genannten Spanne. Die Zahlen stehen im Abschnitt „Wie gut ist die Schätzung?“.

Rutger Verbeek, einer der Autoren der Modellstudie, veröffentlicht als @rv-enigma auf Bluesky täglich Hochrechnungen, am 10. Oktober 2026 mit einem Faktor von 260 bis 340. Sein Modell kalibriert die Abwasserdaten an SentiSurv-RLP, einer Kohorte mit wöchentlichen Tests ohne Anlass, und erfasst damit alle Infektionen. Dass die Rechnung hier den Anteil der Infektionen ohne Beschwerden berücksichtigt, geht auf seinen Hinweis zurück.

Quellen

Quellen anzeigen

Aktualität der Daten

Die Angabe am Anfang dieses Reiters nennt das Datum der jüngsten gemeldeten Fälle. Für die Schätzung kommt der jüngste Abwasserwert hinzu; gerechnet wird nur mit vollständigen Kalenderwochen.

COVID-19-Meldungen
Meldedaten bis 07.11.2026 (gestern)
Abwasser (AMELAG)
Wochenwert zum 28.10.2026 (vor 11 Tagen)
Jüngste Woche in der Schätzung
KW 44/2026
Zuletzt geprüft
08.11.2026 04:16 Uhr

Das RKI erzeugt die Meldedaten täglich neu. Die jüngste Woche kann sich durch Nachmeldungen noch erhöhen, der geschätzte Faktor sinkt dann entsprechend.